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Die Leine – eine unnatürliche Verbindung zwischen Mensch und Hund. Nicht wegzudenken in unserer Gesellschaft und trotzdem eines der größten Probleme in Sachen Hundeerziehung. Aber wie funktioniert es denn nun, dem Hund gute Leinenführigkeit beizubringen? In diesem Blogpost habe ich dir die gängigsten Methoden zusammengefasst.

Methoden
Stehen bleiben

Hunde lernen durch Erfolg. Was ist also naheliegender, als ihnen diesen Erfolg einfach zu verwehren? Tja, leichter gesagt als getan. Warum? Die Konsequenz fehlt – immer. Wir können es uns noch so fest vornehmen, trotzdem kommen wir einmal in die Situation, wo der Hund trotz gespannter Leine sein Ziel erreicht. Zum Beispiel, wenn wir im Stress sind und schnell von A nach B müssen oder aber, in Hundebegegnungen. Da bleibt oft nicht die Zeit um stehen zu bleiben und abzuwarten, bis die Leine wieder locker ist, um anschließend weiterzugehen. Außerdem gibt es Hunde, die sich dann einfach hinsetzen und überhaupt nicht verstehen, worum es eigentlich geht.

Richtungswechsel

Die Methode ‚Richtungswechsel‘ oder auch ‚Bewegungsaufmerksamkeit‘ soll dafür sorgen, dass sich der Hund besser am Menschen orientiert. Jedes Mal, wenn der Hund versucht, den Menschen zu überholen, wird die Richtung gewechselt. Eine wunderbare Methode um die Mensch-Hund-Beziehung zu stärken und die Orientierung zu fördern. Auch hier gibt es ein aber: wie bei der Methode ‚Stehen bleiben‘ kann diese Taktik nicht immer und während des gesamten Spaziergangs durchgeführt werden.

Blocken

Eine sehr körpersprachliche, falsch eingesetzt bedrohend wirkende Methode, die unbedingt von einem guten Trainer erklärt und gezeigt werden muss. Trotzdem hat diese Taktik eine Daseinsberechtigung in der Thematik ‚Leinenführigkeit lernen‘. Wie das Blocken funktioniert? Ganz kurz erklärt: Jedes Mal wenn der Hund einen überholen will, blockt man mit einem Bein zur Seite (am Anfang hilft eine Wand als Unterstützung neben dem Hund) oder aber, man dreht sich zum Hund ein. Wie gesagt, durch falsche Anwendung können hier große Missverständnisse und eine langfristig negative Auswirkung auf den Hund, statt guter Leinenführigkeit erwirkt werden.

Ampelsystem

Richtig aufgebaut dient das Ampelsystem der Kommunikation mit dem Hund und hilft somit nicht nur bei der Leinenführigkeit, sondern auch im Freilauf. Jedes Mensch-Hund-Team sollte hier eine eigene Kommunikationsform finden und auch die Konsequenzen sind ganz individuell. Theoretisch funktioniert das Ampelsystem so: Grün = alles gut | Gelb = Ermahnung | Rot = Konsequenz. In der Praxis funktioniert das ganze bei mir so: Grün = prima, super, genau | Gelb = langsam | Rot = ‚ey‘. Einige Hunde sind sehr sensibel und reagieren auf diese Variante im Leinenführigkeitstraining ausgesprochen gut. Wieder andere nehmen diese Form der Kommunikation gar nicht wahr und müssen diese erst in Form eines Markerwortes und gut aufgebautem Abbruchsignals lernen.

Tipps & Tricks zur Umsetzung
Leine positiv verknüpfen

Die meisten Hunde haben eine negative Verknüpfung mit der Leine. Sie werden aus dem Freilauf angeleint und der Spaß ist vorbei. Wichtig ist daher eine positive Verknüpfung zur Leine. Der Hund lernt also zukünftig, alles was Spaß macht findet (auch) angeleint statt.

Führung übernehmen

Leinenführigkeit beginnt schon zu Hause. Wenn sich der Hund hier an keine Regeln halten muss, wird es draußen auch nicht klappen.

Modus festlegen

Um dem Konsequenz-Dilemma vorzubeugen, kann man ganz einfach den Modus wechseln. Das Halsband steht dann für das Leinenführigkeitstraining, später für eine gute Leinenführigkeit, während das Brustgeschirr die Freizeit einläutet. Später kann dann auch am Brustgeschirr die Leinenführigkeit geübt werden.

Ablenkung

Jedes Training startet ohne Ablenkung. Funktioniert die Leinenführigkeit zu Hause gut, kann man das Training vor die Haustüre oder in den Garten verlegen. Nach und nach wird die Ablenkung gesteigert, bis man auch draußen eine gut funktionierende Leinenführigkeit aufgebaut hat.

Nicht geizig sein

Draußen stehen wir in Konkurrenz mit ganz vielen anderen, spannenden Dingen. Da sollte es sich für den Hund schon lohnen, mit uns zu kooperieren. Daher arbeite ich vor allem im Leinenführigkeitstraining zu Beginn mit ausreichend Leckerli’s (die dann natürlich von der Futtermenge abgezogen werden). Die Gabe der Leckerli’s kann dann nach und nach reduziert und durch Lob ersetzt werden.

Geduld und Verständnis

Die ersten Schritte sind die schwersten Schritte. Zu Beginn benötigen wir besonders viel Geduld und dürfen auch die ersten zwei, drei Schritte an lockerer Leine belohnen. Wenn du oder dein Hund einen schlechten Tag habt, dann lasst das Training einfach sein. Je negativer deine Grundhaltung ist, desto eher will dein Hund von dir weg – er zieht also wieder.

Praxis

Die ersten paar Schritte an lockerer Leine klappen schon gut. Es ist also an der Zeit einen Richtungswechsel einzuführen, dann wieder ein paar Schritte an lockerer Leine.

Tatsächlich sind das die ersten, wichtigen Schritte, die ersten paar Minuten, die an lockerer Leine gegangen werden. Danach kann man die Zeit einfach nach und nach ausdehnen. Wichtig: Immer wieder zwischendurch auch eine Bewegungsaufmerksamkeitsübung einbauen, den Spaziergang spannend gestalten und gemeinsam die Welt erkunden. Tief durchatmen und üben.

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